Samstag, Dezember 16, 2006

Man wächst an seinen Aufgaben...

Nach der Vorabnahme (Blower door Test: 0,55!) erfolgte seitens Nienaber noch der Treppen-, Zargen- und Türeneinbau. Diese Arbeiten sollten eigentlich in der Woche der Vorabnahme erfolgen, wurde aber auf unseren eigenen Wunsch erst um eine und dann auf Angebot des Bauleiters um eine weitere Woche verschoben, damit unsere Malerarbeiten möglichst weit fortschreiten konnten.

Insbesondere die im Dielenbereich fertiggestellten Malerarbeiten bereiteten der Firma Gaisendress keine große Freude und man kündigte mir einen erforderlichen Neuanstrich an. Soweit kam es glücklicherweise nicht. An einigen Stellen mußte nachgestrichen werden. Nur die Treppenausschnitt Erdgeschossdecke hatte sehr gelitten, da die dort angebrachte Rigipsverkleidung entfernt werden mußte, da die Treppe aus statischen Gründen direkt an den Beton müßte, was unserem Bauleiter auch bekannt gewesen sein soll.
Glücklicherweise war ich auch vor Beginn der Treppenbauarbeiten im Haus um auf unseren geänderten Bodenbelag (8mm statt 15 mm) zu sprechen zu kommen. Das war ihnen auch nicht bekannt, aber sie haben das durch Absenken der ersten Stufe entsprechend anpassen können.

Die Arbeit an den Türzargen und den Sockelleisten fand leider nicht meine Begeisterung. Die Türzargen stehen teilweise sehr weit von der Wand ab. Die Ecken sind teilweise nicht spaltfrei.
Die Sockelleisten haben teilweise größere Ritzen zur Wand oder zum Boden. Es sieht wirklich unschön aus.
Kommentar der Türbauer war: die Wände sind schief, die Zargen gerade, das ist nicht unser Problem, sondern das des Bauleiters...
Den informierte ich auch per Mail, aber eine Reaktion erfolgte hierauf nicht.

Überhaupt gestaltete sich der Kontakt seit einiger Zeit recht frostig, wenn denn überhaupt telefoniert wurde. Wie immer war ich es die zum Hörer griff. Glücklierweise habe ich gelernt, dass ein Rückruf erfolgt, wenn die Nummer auf dem Display erscheint...

Am nächsten Tag kamen die Tiefbauer, um die Strandlandschaft zu entfernen. Hier hatte sich Herr Reckord gekümmert. Wir mußten nun den Mehrpreis zwischen dem Ursprungsmaterial und dem Schotter bezahlen, aber dafür haben wir breit ums Haus pflasterfertig geschottert.
Herr Reckord war auch vor Ort und ich konnte bei Nachfrage zu meiner Zufriedenheit nicht umhin meinem momentanen Frust Ausdruck zu verleihen. Er sagte mir zu sich auch zu kümmern und meine Stimmung weiter zu leiten.
Auf Grund dieses Gespräches habe ich dann meine Mängelmail nach den Treppenarbeiten erweitert und an beide Bauleiter und ihren Gruppenleiter geschickt.
Beide Mails enthielten den Hinweis auf den für den 13.12. geplanten Küchenaufbau, da ein Mangel eben der nicht mit einheitlichen Fliesen hergestellte Fliesenspiegel ist.
Reaktionen erhielt ich bis dahin nicht...

Ach doch. Montags rief ICH dann doch den Bauleiter an, weil mir doch langsam mulmig wurde. Er war gerade in einer Abnahme und versprach am nächsten morgen anzurufen. Tat er auch. Er wollte die Endabnahme terminieren. Freitag 15.12. Gut, er versprach sich mittags zu melden, damit ich in der Zwischenzeit bei Martin nachfragen konnte, ob er da für ein paar Stunden frei bekommt. Ich fragte auch noch mal nach der Mängelbehebung, aber das sei alles kein Problem und würde erledigt.
Angerufen hat er übrigens nicht.

Mittwoch dann der große Tag (ich muss nicht extra schreiben, dass kein Handwerker zwischenzeitlich unser Haus betreten hatte...) des Küchenaufbaus und der Restfeuchtemessung.
Die Küchenbauer erschienen wie vereinbart und auch Herr Lau von der Firma Mengler aus Iserlohn.

Die Feuchtemessung mit dem elektrischen Gerät ergab im Wohnzimmer einen Wert zwischen 8,5 und 10,5 und oben zwischen 8,5 und 11,0. Keine große Veränderung zur Messung am 29.11. - dabei lief der Trockner, die Heizung und wir haben so oft es sich ermöglichen lies Stoß gelüftet. Ab 8 kann man eine Verlegechance haben. Also wurde die richtige Messung vorgenommen und in einem Zimmer im Obergeschoss eine Probe entnommen. Bange Minuten. Wir kamen auf einen Wert von 2,31 %. Man benötigt Minimum 2,0 %. 0,31 % klingt nicht viel, ist aber wohl nicht in ein paar Tagen erledigt.
Wir einigten uns nach einem Gespäch mit unserem Vermieter am Folgetag auf einen Verelgebeginn am 08.01.
Bis dahin werden wir auf Estrich leben, da wir unsere Wohnung zum 31.12. gekündigt haben und die Handwerker fest gebucht sind, um unter anderem die Bäder zu sanieren. Tja und morgens ohne duschen zur Arbeit, nee das geht irgendwie gar nicht, da mache ich lieber Camping im Haus und vergnüge mich am Anblick meiner neuen Küche. Glücklicherweise können wir alle Möbel und Kisten in der Wohnung lassen bis zu deren Einzug am 15.01.
Wird bestimmt eine witzige Zeit. Wahrscheinlich gefällt es den Kindern so gut, dass sie es gar nicht mehr anders haben wollen ;-)

Zurück zum Tag des Küchenaufbaus. Der Aufbau dauerte von morgens 10 Uhr bis abends um 20.30 Uhr. Die beiden Monteure haben eine gute Arbeit gemacht und ich bin total begeistert von "meiner" Küche. Die Zeit mit dem Alno-Küchenplaner hat sich gelohnt, auch wenn Martin mich in dieser Zeit für verrückt erklärt hat...

Alos, frustriert von der Feuchtemessung rief ich Herrn Jungesbluth an, ob man mit der Fertigstellung evtl. in das Jahr 2007 gehen könnte, damit wir wegen des Nichteinzugs 2006 (an ein Leben auf Estrich wollte ich noch nicht denken, aber der Badabriss machte die Entscheidung später leicht - Sylvesterparty im Haus!!!) nicht ein Jahr der Eigenheimzulage verlieren. Das Gespräch war kurz. "Nöö, wir machen die Abnahme am Freitag". Ich hätte mir ein offenes Ohr gewünscht und nicht eine unfreundliche und kalte Reaktion. War auch blöd von mir ihn deswegen anzurufen, aber irgendwie hoffte ich auf Hilfe irgendeiner Art.
Er sagte noch, dass heute (!) die Fliesenleger kämen und morgen die Maler, aber ich war angepisst und habe nichts weiter darauf gesagt und abgewartet.

Tja, gegen mittag war es soweit. Zwei Fliesenleger der Firma Wendt erschienen und ich hörte ein "oh neee" von unten und ging nach unten und blickte in zwei fassungslose Gesichter. Fassunglos wegen des Küchenaufbaus und fassungslos wegen des fehlerhaften Fliesenspiegels ("manchmal arbeiten auch Blinde bei uns").
Dann gingen sie erst mal mit ihrem Chef telefonieren.
Der wollte dann mit mir sprechen, um von mir zu hören wie man das lösen könnte. Da konnte ich ihm leider auch nicht helfen... (der war sehr nett und es stand auch außer Frage für ihn, dass etwas zu tun sei, aber er war halt ratlos). Der Bauleiter sollte das klären, also warten.
Es rief dann Herr Pähler an. Der bekam dann meinen ganzes Tagesfrust ab und hörte ihn sich das alles auch geduldig an und wir kamen später zum Fliesenspiegel. Diskussion Abbruch des Küchenaufbaus auf Kosten von Nienaber oder nicht. Der Fliesenleger sollte entscheiden. Er entschied sich für den Weiterbau, da die Unterschränke und die Arbeitsplatte standen. In der kommenden Woche wollen sich die Fliesenleger melden.

Am nächsten Tag habe ich mir ein Herz gefasst und Herrn Pähler mitgeteilt, dass ich die Abnahme am nächsten Tag nicht machen wolle, weil sich noch niemand die neuen Mängel beschaut hatte und ich auch nicht nach der Abnahme für jeden Handwerker vor Ort sein könne, da ich ab Montag wieder arbeiten gehen werde, damit ich im Januar noch ein paar Tage frei für den Möbelumzug machen kann. Keine große Begeisterung, aber wie immer sehr ruhig und freundlich (Herr Pähler könnte mit seiner Stimme auch Radiosprecher werden). Er gab sein okay und wollte Herrn Jungesbluth informieren. Wir vereinbarten Mittwoch 20.12. für die Endabnahme. Ich sagte ihm zu meine Mängelliste (beim Küchenaufbau hatte ich viel Zeit alles noch mal genau anzuschauen) zu erweitern und zu schicken. Tat ich auch. Genauso wie beim ersten Mal, aber leider kam sie nicht an. Martin erklärte mir später, dass ich das Dokument auch noch umwandeln müsste, da es sonst nicht lesbar an käme - wir arbeiten zu Hause mit open office. Frage ich mich: wie wurde die erste Liste gelesen...
Egal. Martin regelte das und wir feierten den dritten Geburtstag unseres Sohnes weiter!

Am nächsten Vormittag meldete sich Herr Pähler. Er wolle sich das Haus anschauen, ob ich evtl. auch Zeit hätte, aber er würde auch alleine schauen. Ich änderte also meine Tagespläne und wir verabredeten uns für 14 Uhr.
Er nahm sich viel Zeit und wir gingen meine Liste genaustens durch und auch ansonsten ging er mit offenen Augen ums und durchs Haus.
Er schrieb sich alles genau auf und machte Photos. Klar, dass er einige Mängel mit anderen Augen sah als ich, aber verständlich, denn ich hatte auch alles notiert. Wohl wissend, dass ich das eine oder andere hinnehmen muss, weil eben nicht allzu schlimm. In den wichtigsten Punkten gab er mir recht und versprach Behebung. Die Behebung des Fliesenspiegels in der Küche wird schwierig werden, aber heirauf kann ich nun wirklich nicht verzichten. Erst hat er den Mangel gar nicht als schwerwiegend erkannt oder ihn überhaupt gesehen, aber später hat auch er es gesehen und meinte es gäbe da doch keine Diskussion drum.
Auch Dinge die im Toleranzbereich liegen oder die eigentlich unsere Aufgabe gewesen wären (z. Bsp. Acrylfugen an den Türzargen im nicht gefliesten Bereich, wo die Schaumstoffauskleidung sichtbar ist) - hatte uns niemand gesagt) will er dennoch beheben lassen.
Ich hoffe auch, dass die von den Putzern versauten Bordürenfliesen gereinigt werden können. Die Fliesenleger hatten dies am Mittwoch aber bereits in Frage gestellt. Bei einem Austausch wird sicher die Tapete leiden.
Auch gab er uns wichtige Hinweise zum Spitzbodenausbau - nicht das ich vorher schon gefragt hatte was da zu beachten sei - zum Beispiel: der Rauspund darf vor der Dämmung nicht vollflächig verlegt sein, da ansonsten Feuchtigkeitsprobleme auftauchen...
Ansonsten war es ein sehr sachliches Gespräch und er hatte auch ein Ohr für meinen Stimmungsumschwung während der Ausbauphase. Um 16.30 Uhr machte Herr Pähler sich dann auf den Heimweg.
Bis Montag können wir uns noch einige Dinge überlegen, ob wir sie behoben haben wollen oder damit leben können.
Da gilt es noch zu überlegen, ob das zweite Dachfenster doch versetzt werden soll, damit das zerschnittene Rispenband wiederhergestellt werden kann. Herr Pähler hat selbst einmal als Statiker gearbeitet und konnte bestätigen, dass kein Statiker uns hier eine ordnungsgemäße Statik bescheinigen würde. Er allerdings der Meinung sei, dass durch die Querrlattung auch eine ausreichende Statik bestünde und wir uns da eigentlich keine Gedanken machen müßten, aber das würde eben kein Statiker bescheinigen. Hätte ich das so klar vorher gewußt, hätte ich mich bereits damals anders entschieden. Außerdem ist das Fenster ja auch nicht an der gewünschten Stelle. Damals wollte ich einfach nicht solche Umstände machen (schön blöd, was?) und fand die Lage auch nicht so tragisch. Aber so denke ich, dass - auch gerade wenn wir das Haus mal verkaufen (undenkbar!?!) dies nicht so klasse wäre, da wir eben keine korrekte Statik nachweisen könnten.
Eine Behebung aller Mängel bis zur Abnahme wird nicht erfolgen können, aber bis zum Beginn der Verlegearbeiten am 08.01. werde es wohl zu schaffen sein. Er wird alle Mängel für das Abnahmeprotokoll vorab auflisten und uns zu kommen lassen.
Ach, auch die verschmutzten Klinkerränder (es ist wohl überstehender Mörtel) hat er entdeckt und für behebungswürdig erkannt - hatte ich schon mit abgeschlossen. Herr Jungesbluth meinte dazu damals, dass es halt ein Naturprodukt sei und mir das nun erst auf fallen würde, weil die Klinker verfugt seien. Das sei vorher auch gewesen.
Wegen des nicht durchgeführen Aufheizvorgangs vor der Verlegung der Bodenfliesen im Bad hat er die Dinge so geschildert wie sie uns auch von anderer Seite erklärt wurden. Auch er meint, dass Risse im Estrich aufgrund dieser Geschichte in den nächsten andertahlb Jahren auftauchen würden. Er bot dennoch eine Gewährleistungsverlängerung über die fünf Jahre hinaus an.

Nun, es führt zu weit alle Dinge aufzulisten, also Schluss damit.

Bauchweh hat mir bereitet, dass fast alle Mängel nur von mir entdeckt wurden und nicht vom Bauleiter. Was mag da sonst noch alles mangelbehaftet sein, was ich eben als Laie nicht sehe???
Mein Bauchgefühl hat sich aber wieder verbessert und ich glaube einfach mal, dass Nienaber tatsächlich auch nach der Abnahme auftauchende Mängel beheben wird. Mein guter Glaube an Nienaber ist zwar noch nicht zu 100 % wieder hergestellt, aber fast. Ich fühlte mich wieder ernst genommen und konnte sehen, dass jemand mit offenen Augen und prüfenden Blickes alles ansah und auch notierte und mir auch zuhörte!
Wahrscheinlich sind Frauen die schwierigeren Partner während der Bauphase, da die meisten Bauleiter wohl Männer sind und es bei Frauen eben nicht nur auf Faktenaustausch ankommt.

Comments:
Hi Ihr Lieben,

na, wie schauts ??? Nur mal so als Tip, die Links auf Eurer Hauptseite (unter Links) auf der rechten Seite funktionieren nicht - da ist ein http zuviel drin ;o)

Viele Gruesse und schoene Weihnachten wünschen Euch die Lohmuellers aus Ihrem frisch bezogenen Maxime 340
 
Das mit den Türzargen ist ja echt ein Ding - und dann noch der Kommentar des Monteurs. Ja wessen Problem ist es denn sonst, wenn nicht seins?! Wir haben bei unserem Hausbau lange hin und her überlegt, ob wir mit dem Einbau der Türen einen Fachmann beauftragen oder ob wir uns das selbst zutrauen. Naja, beim Hausbau kommt es ja auf jeden Cent an und da haben wir uns entschieden, die Innentüren im Internet zu bestellen, zur Baustelle liefern zu lassen und dann selbst Hand anzulegen. Haben uns vorher im Internet etwas schlau gemacht und die ein oder andere Anleitung ausgedruckt. Eine, die uns sehr gefallen hat, war die von holzland (Montageanleitung) Da war auch schön erklärt, wie man euer Problem mit den Zargen lösen kann - hätte sich euer Türen-Monteur besser auch mal angeschaut :-) Viel Spaß in eurem Haus und nie wieder Ärger mit Handwerkern.
 
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